Fensterreinigung

Fensterreinigung beauftragen: Leistungsumfang, Sicherheit und Abnahme

Diese Checkliste zeigt, welche Flächen, Zugänge, Sicherheitsfragen und Qualitätsmerkmale Sie vor einer professionellen Fensterreinigung klären sollten.

Eine gute Fensterreinigung beginnt nicht mit dem Abzieher, sondern mit einer klaren Aufgabenbeschreibung. Wer nur „Fenster putzen“ anfragt, erhält häufig Angebote, die sich kaum vergleichen lassen. Entscheidend ist deshalb, welche Glasflächen gereinigt werden sollen, wie sie erreichbar sind und welches Ergebnis erwartet wird.

Leistungsumfang eindeutig beschreiben

Erfassen Sie zuerst die zu reinigenden Elemente. Dazu gehören nicht nur Fensterscheiben, sondern je nach Bedarf auch Rahmen, Falze, Fensterbänke, Glastüren, Trennwände oder Wintergärten. Schreiben Sie ausdrücklich dazu, ob Innen- und Außenseiten gereinigt werden sollen.

Hilfreich sind folgende Angaben:

  • Anzahl und ungefähre Größe der Fenster
  • ein- oder mehrteilige Fensterflächen
  • Innen-, Außen- oder beidseitige Reinigung
  • Rahmen, Falze und Fensterbänke
  • fest sitzende Verschmutzungen, etwa Klebereste oder Bauverschmutzung
  • gewünschter Zeitraum und mögliche Arbeitszeiten
  • Fotos von schwer erreichbaren Bereichen

Bei größeren Objekten empfiehlt sich eine Besichtigung. So kann das Reinigungsunternehmen den Aufwand einschätzen und ein Angebot erstellen, das weniger Nachträge oder Missverständnisse verursacht.

Zugänglichkeit und Sicherheit vorab klären

Nicht jedes Fenster ist vom Boden aus erreichbar. Teilen Sie mit, in welchem Stockwerk sich die Flächen befinden, ob Fenster geöffnet werden können und ob Balkone, Innenhöfe oder Zufahrten vorhanden sind. Auch Hindernisse wie feste Möbel, Vordächer oder dicht bepflanzte Bereiche sind relevant.

Die Wahl des sicheren Arbeitsverfahrens ist Sache des ausführenden Fachbetriebs. Die BG BAU nennt bei Glas- und Fassadenarbeiten unter anderem Teleskopstangensysteme, Gerüste und Hubarbeitsbühnen als mögliche Lösungen und weist darauf hin, dass Leitern nur nachrangig eingesetzt werden sollen. Die [Hinweise der BG BAU zur Glas- und Fensterreinigung](https://www.bgbau.de/themen/sicherheit-und-gesundheit/absturz/leiteralternativen/glasfassadenreinigung-fensterreinigung-fassadenreinigung) helfen bei der Einordnung. Ergänzend erläutert die [DGUV Information 208-016](https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/450/die-verwendung-von-leitern-und-tritten), warum der Einsatz tragbarer Leitern im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung geprüft werden muss.

Als Auftraggeber sollten Sie keine ungeeigneten Leitern oder improvisierten Zugänge vorgeben. Beschreiben Sie stattdessen die örtlichen Bedingungen möglichst genau und lassen Sie den Anbieter das passende Verfahren festlegen.

Angebote sinnvoll vergleichen

Vergleichen Sie nicht nur den Endpreis. Ein belastbares Angebot sollte erkennen lassen, welche Leistungen enthalten sind. Achten Sie besonders auf diese Punkte:

  • genaue Bezeichnung der Glas- und Rahmenflächen
  • einmalige Reinigung oder regelmäßiger Turnus
  • Anfahrt, Material und benötigte Zugangstechnik
  • Umgang mit hartnäckigen Verschmutzungen
  • vorausgesetzte bauseitige Leistungen, etwa freier Zugang
  • Termin, voraussichtliche Dauer und Zahlungsbedingungen
  • Ansprechpartner für Rückfragen oder Beanstandungen

Fehlt eine Position, fragen Sie schriftlich nach. Zwei Angebote mit unterschiedlichen Leistungsumfängen sind trotz ähnlicher Gesamtsumme nicht direkt vergleichbar.

Vorbereitung am Reinigungstag

Sorgen Sie dafür, dass die vereinbarten Flächen erreichbar sind. Entfernen Sie empfindliche Gegenstände von Fensterbänken und schaffen Sie bei Bedarf Platz vor den Fenstern. Informieren Sie Bewohner, Beschäftigte oder Hausverwaltung rechtzeitig über den Termin. Bei Außenarbeiten können auch Zufahrten, Parkflächen oder Zugang zu Innenhöfen wichtig sein.

Klären Sie außerdem, ob Wasser- und Stromanschlüsse benötigt werden. Haustiere, Alarmanlagen und abschließbare Bereiche sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Eine kurze gemeinsame Begehung zu Beginn verhindert, dass einzelne Flächen versehentlich ausgelassen werden.

Ergebnis prüfen und Abnahme dokumentieren

Prüfen Sie das Ergebnis möglichst bei geeignetem Tageslicht. Kontrollieren Sie stichprobenartig Scheiben, Ecken, Rahmen und Fensterbänke. Vereinbarte Zusatzarbeiten sollten gesondert nachvollziehbar sein. Werden Mängel festgestellt, dokumentieren Sie diese sachlich mit Ort und Foto und geben Sie dem Unternehmen Gelegenheit zur Prüfung.

Je nach konkreter Vertragsgestaltung kann eine vereinbarte Reinigung rechtlich als Werkvertrag einzuordnen sein, wenn ein bestimmter Erfolg geschuldet wird. [§ 631 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__631.html) beschreibt die Pflichten beim Werkvertrag; [§ 640 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__640.html) regelt die Abnahme. Die genaue rechtliche Einordnung hängt jedoch vom Einzelfall und der Vereinbarung ab. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

Kompakte Checkliste für Ihre Anfrage

Bevor Sie eine Anfrage senden, prüfen Sie:

  1. Sind Anzahl, Art und Lage der Fenster beschrieben?
  2. Ist klar, ob Glas, Rahmen, Falze und Fensterbänke gereinigt werden?
  3. Sind Innen- und Außenseiten eindeutig benannt?
  4. Haben Sie schwierige Zugänge und besondere Verschmutzungen erwähnt?
  5. Sind Terminfenster und Zugang zum Objekt geklärt?
  6. Enthält das Angebot Anfahrt, Material und erforderliche Zugangstechnik?
  7. Wurde festgelegt, wie das Ergebnis geprüft und eine Beanstandung gemeldet wird?

Mit diesen Angaben kann ein Reinigungsunternehmen den Auftrag realistischer planen. Sie erhalten besser vergleichbare Angebote und reduzieren Rückfragen vor dem Termin.

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